Seit Wochen schon habe ich nun schon eine Schreibblockade. So
viele Gedanken rasen den ganzen Tag durch meinen Kopf, doch kann ich sie nicht
richtig fassen oder sie irgendwie zu einem schlüssigen Text zusammensetzten. Erinnerungen
an Erlebtes, Songtexte oder Gelesenem, welche mich normalerweise inspirieren, werden
aktuell von den wild durcheinander rufenden Stimmen in meinem Kopf, zusammengesetzt
aus Gedankenbruchstücken und einem Gefühlswirrwarr, übertönt. Meine
Konzentration leidet darunter, was sich auch auf meine Motivation, etwas
anzugehen auswirkt. Den ganzen Tag am Fenster sitzen und den wunderschönen
farbigen Blättern beim Fallen zusehen, das wär was! Solange, bis es zu schneien
beginnt und mich die Motivation wieder packt um nach draussen durch den neu
gefallenen Schnee zu stapfen. Nur ich und das Knirschen des Schnees. Nicht dass
es nicht auch schön wäre, im Herbstlaub ziellos rumzulaufen, doch der Schnee beruhigt
mich, alles ist still und niemand ist draussen wenn’s dunkel wird. Herrlich.
Irgendwo habe ich mal ein Zitat gelesen, von dem ich nicht
mehr weiss von wem es war oder wie genau es lautete: der Schnee begräbt die
Sünden des Jahres der Menschheit unter sich. Irgendwie finde ich den Gedanken
schön, auch wenn es leider nicht ganz so einfach geht. Da müsste wohl eine
weitere Eiszeit kommen um all unsere „Sünden“ unter sich zu begraben. Egal
wohin wir schauen, es herrscht Krieg, Hunger, Elend und die Natur wird vorsätzlich
zerstört. Und warum? Weil wir zu gierig sind und unser Konsumverhalten ein
grenzenloses Ausmass angenommen hat.
Gorillas werden zerhackt um sie den
unterernährten und versklavten Mienenarbeitern als Bushmeat zu verkaufen, damit
wir auch immer das neuste Smartphone oder Tablet haben oder wir einander tolle
Diamanten an den Finger stecken können.
Orang-Utans, Elefanten und Tiger werden durch Buschfeuer aus
ihrem Habitat verjagt oder geschlachtet, damit wir unsere Kinderschoggi und
Kosmetika dank dem Palmöl möglichst billig bekommen.
Es herrschen Kriege nur um an gewisse Ressourcen zu kommen,
die wir gar nicht in einem solchen Ausmass nötig hätten, würden wir nur etwas
an unserem Konsumverhalten ändern, jeder für sich und doch für die Allgemeinheit.
Ja wir haben das Privileg, dass wir hier in der sogenannten
Ersten Welt in jedem Laden alles bekommen, was wir gerade glauben zu benötigen.
Nach einem schlechten Tag hurti in den nächsten Laden um ein Gadget für die
Seele zu kaufen damit man sich wieder ein bitzeli besser fühlt. Ich höre so
viele Menschen, sehe so viele Posts auf Facebook und lese so viele Berichte
darüber, dass man doch lieber Produkte aus der Region kauft, möglichst auf
bedenkliche Lebensmittel wie Soja oder Palmöl verzichtet und seine Materiellen
Dinge so lange gebraucht, bis sie wirklich nicht mehr funktionieren. So viele Stimmen,
die sich über das Leid dieser Welt beklagen und schreien, dass doch etwas
ändern sollte. Wieso also ändert sich immer noch nichts? Was muss noch alles geschehen,
damit wir endlich die Augen öffnen und begreifen, dass wir noch lange darüber
diskutieren können, wen wir den nun wählen sollten, es aber überhaupt keinen
Unterschied macht, da nicht die gewählten, sondern die Geldgeber dieser Welt
die Welt regieren. Und je mehr wir konsumieren, umso mehr Macht geben wir ihnen.
Unser Konsum legitimiert Krieg um Rohstoffe, das Zumüllen der Meere, die Verschlimmerung
des künstlichen Treibhauseffektes – ich meine jetzt nicht nur das CO2,
Phosphate, Nitrate und Methangase sind genau so übel –, ja ich könnte ganze
Listen füllen.
Die Konsequenzen wollen wir aber nicht tragen, oder sehen. Nein
wir spenden dann lieber gegen Weihnachten wieder etwas Geld für humanitäre
Zwecke um unser Gewissen zu beruhigen und dann die Einkaufstüten wieder mit
einem Haufen aus Rohöl, Coltan oder sonstigen raren Ressourcen bestehenden
Gadgets zu füllen. Die Spenden werden dann noch zu einem grossen Teil nur für
Werbung der Organisationen verwendet und landen gar nie dort wo sie hin
sollten. Die meisten von uns wissen das sogar und machen es trotzdem. – Ich
möchte hier aber noch anmerken, dass es auch sehr gute NGOs gibt, man muss sich
halt einfach die Zeit dafür nehmen, sich zu informieren und zu schauen, wo das
Geld wirklich hin geht. Hier in der Schweiz zum Beispiel gibt es sicher immer
wieder Bekannte von Bekannten, die irgendwo sogar direkt im Land sind und man
somit genau weiss wohin das Geld geht –.
Ja auch ich habe manchmal das Bedürfnis einfach nur etwas für
mich zu kaufen, einfach nur weil es mir gefällt. Vor ein paar Jahren war ich
beinahe süchtig danach, mir immer wieder etwas zu bestellen, sobald mir irgendeine
Laus über die Leber gelaufen ist, doch heute überlege ich sehr lange bevor ich
mir dann wirklich etwas kaufe.
Wer zum Teufel braucht denn schon wässerige Erdbeeren aus
Spanien und das im Februar – mein Lieblingsbeispiel – verdammt noch mal!
Es gibt so viele Dokumentationen zu sehen, so viele Artikel
zu lesen die uns sagen, was wir nicht alles besser machen könnten. Ja auch ich
schlage nun etwas vor: wie wär’s denn damit, etwas weniger zu konsumieren, denn
mit Freunden etwas zu unternehmen gibt einem auch viel mehr als ein neues
Tablet oder Smartphone. Freunde lachen und weinen mit einem, dein zum Bersten
voller Kleiderschrank nicht. Okay ich gebe zu, Schokolade macht auch glücklich,
aber auch da kann man auf die Label schauen. Man zahlt vielleicht etwas mehr, aber
was soll’s. Wenn jeder einzelne von uns sich vielleicht einmal mehr Gedanken
dazu machen würde, ob man das begehrte Stück denn auch wirklich braucht, oder
es nach einigen Wochen nur auf dem Estrich landet, könnte sich die Welt schon
ein kleines Stück ändern, nur ein kleines Stück aber hey immerhin.
Wir besitzen alle die Macht, etwas zu ändern. Ein
Afrikanisches Sprichwort besagt: „Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen
Orten viele kleine Dinge tun,können sie das Gesicht der Welt verändern.“ In
meinen Augen ist es höchste Zeit, damit zu beginnen.
May the force be with you....
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen